Schöller-Stiftungen übergeben die „Betende“ (Erich Heckel) an GNM

Ende Oktober konnten die Schöller-Stiftungen dem Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseum, Professor Grossmann das Bild die „Betende“ (1916) des Expressionisten Erich Heckel „übergeben“. 
Der Vorgang war insofern ungewöhnlich, als das Bild bereits seit langem zur Dauerausstellung des Germanischen Nationalmuseum gehörte. Ursprünglich vom Maler selbst als Leihgabe dem Germanischen Nationalmuseum anvertraut, drohte es jetzt vom Nachlassverwalter verkauft zu werden.
Die Schöller Stiftungen haben sich daraufhin bereit erklärt, das Bild anzukaufen und dem Germanischen Nationalmuseum zu schenken. Damit konnte ein bedeutendes Kunstwerk und singuläres Zeitzeugnis des ersten Weltkriegs dem Zugang der Allgemeinheit offen gehalten werden.
Erich Heckel gehörte mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluf und Fritz Bleyl zu den Gründern der Künstlervereinigung „Brücke“ und zählte damit zu den Wegbereitern expressionistischer Kunst.
Heckel liess sich zu Beginn des 1. Weltkrieges zum Sanitäter ausbilden und verrichtete seinen Dienst im Lazarett in Ostende . Die „Betende“ ist der einzig erhaltene Teil eines fünfteiligen Altars und war wie zuvor die ebenfalls von ihm auf Zeltbahnen gemalte „Madonna von Ostende“ zur Erbauung der im Lazarett liegenden Verwundeten gedacht.
Das Bild zeigt eine ausgemergelte Marienfigur, die im auffälligen Widerspruch zu einer blühenden, unversehrten Landschaft steht. Damit bietet es vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und lässt den aufmerksamen Betrachter auf keinen Fall unberührt. 
Im Germanischen Nationalmuseum wird das Bild in unmittelbarer Nähe zu Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Selbstbildnis eines Trinkers“ hängen und als zeitkritisches Zeugnis des Ersten Weltkriegs dienen.

Die Schöller-Stiftungen, vertreten durch Stiftungsrat und Stiftungsvorstand sowie dem ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Beckstein als Repräsentanten der Stiftungen bei der Bildübergabe an Prof. Dr. Grossmann, dem Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums: 

 (von links: Dr. Ch. von Imhoff, G. Thoma, Dr. M. Kläver, Prof. Dr. Grossmann, H. von der Forst, R. Hattenberger, Dr. G. Beckstein, Dr. L. Beiersdorf) Fotograf: Daniel Karmann, Nürnberg

(von links: Dr. Ch. von Imhoff, G. Thoma, Dr. M. Kläver, Prof. Dr. Grossmann, H. von der Forst, R. Hattenberger, Dr. G. Beckstein, Dr. L. Beiersdorf) Fotograf: Daniel Karmann, Nürnberg