Die Schöller-Stiftungen und ihre Gründer

 

Vom Unternehmer zum Stifter

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Wer mit dem Namen Theo Schöller nichts anzufangen weiss, wird spätestens bei dem Begriff Eiskrem und Lebkuchen wissen, von wem die Rede ist. Theo Schöller hat in Nürnberg nach dem Krieg eine Eisfirma aufgebaut, mit der er immerhin zur Nummer zwei im deutschen Eiskremmarkt wurde. Später kam noch die Lebkuchenproduktion hinzu und es ist Theo Schöller zu verdanken, dass Nürnberger Lebkuchen ihre Verbreitung in ganz Deutschland gefunden haben.

Obwohl sein ganzes Leben der eigenen Firma verpflichtet war, hat Theo Schöller schon früh andere an seinem Erfolg teilhaben lassen. War es hauptsächlich die „Medizin“, die bei ihm immer ein offenes Ohr fand, wenn es darum ging, Erleichterungen für Patienten zu schaffen, kam später die Förderung der Wirtschaftswissenschaften hinzu. Darüber hinaus war Theo Schöller als gebürtiger Nürnberger immer seiner Heimatstadt verbunden und hat sich vor allem lokal als großzügiger Mäzen gezeigt.

Die Sorge um eine geeignete Unternehmensnachfolge einerseits und die Bündelung seiner gemeinnützigen Aktivitäten in einer eigenen Organisation andererseits haben ihn frühzeitig dazu bewogen, die Unternehmensnachfolge über eine Stiftung zu regeln.

Für ihn war dieser Schritt nur konsequent, nachdem für ihn auch und gerade als Unternehmer immer der Mensch im Mittelpunkt stand.   

So folgte der Gründung der gemeinnützigen Theo und Friedl Schöller-Stiftung im Jahr 1988 die Errichtung der Theo und Friedl Schöller Förder-Stiftung im Jahr 1992, mit der vor allem unschuldig in Not geratenen Schöller-Mitarbeitern geholfen werden sollte.

Im Jahr 1993 wurde dann die Schöller Familien-Stiftung gegründet.

Theo Schöller hat für seine unternehmerische Tätigkeit und seine gemeinnützigen Aktivitäten zahllose und höchste Ehrungen erhalten. Besonders stolz war er auf seine Ehrendoktorwürde der medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Ehrenbürgerschaft in seiner Heimatstadt Nürnberg. Nachlesen lässt sich die Geschichte Theo Schöllers in dem von Dr. Gregor Schöllgen, Professor für Neuere Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg geschriebenen Biographie „Der Eiskönig“, erschienen im Beck-Verlag.

 

Ihr Erfolg war der Erfolg des Ehemanns

Die 1988 gegründete Theo und Friedl Schöller-Stiftung trägt nicht umsonst neben dem Namen des Gründers auch den Namen der zweiten Ehefrau Friedl Schöller, geb. Hönle.

Friedl Schöller begann ihre berufliche Laufbahn 1941 als Buchhalterin und avancierte schnell zur Chefsekretärin und Leiterin der Buchhaltung bei der Firma Schöller. Theo Schöller wurde früh auf die Zuverlässigkeit und den Ehrgeiz seiner späteren Ehefrau aufmerksam. Sie unterstützte ihn beim Aufbau der Firma und hielt ihm später den Rücken frei. Ihr Anteil am Erfolg des Unternehmens mag vielleicht nicht messbar sein, aber er war groß (Schöllgen, Der Eiskönig, Beck-Verlag). 

Friedl Schöller, seit 1968 mit Theo Schöller verheiratet, arbeitete bis zum Verkauf der Firma an Nestlé täglich an der Seite ihres Mannes. Sie identifiziert sich mit dem Unternehmen genauso wie mit den „Schöller-Stiftungen“. Als bedeutende Mitstifterin bei der Schöller Familien-Stiftung schliesst sie sich der Entscheidung ihres Mannes an, ihren eigenen Nachlass ebenfalls über die Stiftungen zu regeln. 

So ist nach dem Tod Theo Schöllers im Jahr 2004 die Kontinuität in den Schöller-Stiftungen gewahrt. Friedl Schöller strukturiert die Schöller-Stiftungen organisatorisch um und übernimmt bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 den Vorsitz in Stiftungsvorstand und Stiftungsrat. 

Sie behält die Förderschwerpunkte und -projekte ihres Mannes bei und setzt mit dem Thema „Bildung“ eigene Akzente in der Stiftungsarbeit.